Glück
kommt selten allein:
Einfach nachhelfen!
Hatten Sie denn heute schon
Glück? Nein? Nun, der Tag ist ja noch lang, kann ja alles noch passieren.
Mein Glück ist mir heute morgen schon begegnet. Auf dem Weg zur Arbeit
stand an der Haltestelle ganz unverhofft ein Schornsteinfeger, - purer
Glücksbringerzufall. Natürlich war er ganz in Schwarz gekleidet,
einen kurzen Moment habe ich überlegt, ob ich anhalte und ihn fix
mal antippe, um mir etwas Ruß abzuholen. Dabei, wenn ich es mir
Recht überlege, so schmutzig war er gar nicht, eigentlich eher sauber,
selbst im Gesicht und seine Kehrgeräte und Besen hatte er auch nicht
dabei, in der Hand trug er einen Laptop. Tja, die Zeiten haben sich geändert,
Kamine und Schornsteine sind nicht mehr so verrußt wie früher.
Egal, ich habe den Schornsteinfeger gesehen und heute ist mein Glückstag,
Lächeln inklusive, beschlossene Sache!
Wie sagt der Kabarettist Eckhart
von Hirschhausen so schön: "Man kann das Glück nicht zwingen,
aber wir müssen es ihm und uns ja auch nicht unnötig schwer
machen". Wie wahr gesprochen. Es gibt Frohnaturen, die in einem dauerhaften
Glückszustand schweben, anderen genügt das kleine Glück,
das als kleiner Aperitif daher kommt, für zwischendurch, um das Leben
etwas zu erheitern. Dann gibt es die, die ihrem Glück ständig
hinterher laufen, es geradezu erzwingen wollen, Misserfolge und Enttäuschungen
werden gratis mitgeliefert. Ganze Generationen von Wissenschaftlern beschäftigen
sich seit Jahrzehnten mit der Erforschung des Glücks. Sie grübeln
an ihren Schreibtischen über das Wie und Warum nach, über das,
was einen Menschen glücklich machen kann oder auch nicht: Ob die
Quellen des Glücks in strenger Askese liegen, in einer Fastenkur,
im Sex oder doch lieber in einer Stunde Meditations-Yoga oder Intensivjogging.
Dabei kann man dem Glück auch nachhelfen: Wie? Mit Blumen! Ob Rosen,
Tulpen, Nelken, ein Blumenstrauß ist sinnlich und fröhlich.
Er schafft sofort ein ganz besonderes wonniges Gefühl, für den
Empfänger wie für den Schenkenden, ganz unkompliziert. Wer sich
dann auch noch in der Sprache der Blumen auskennt, kann gleich eine ganze
florale Rede mitsamt seinem Bouquet überreichen: Rosen beispielsweise
gestehen die Liebe, Freesien symbolisieren Zärtlichkeit, Vergissmeinnicht
versprechen innige Zusammengehörigkeit und Anemonen drücken
den Wunsch aus, ganz beim anderen sein zu wollen! Ob da der Anblick des
Schornsteinfegers heute morgen für den ganzen Tag reicht? Vielleicht
sollte ich dem Glück doch noch ein bisschen auf die Sprünge
helfen. Genau, ich spring beim Floristen rein und gönne mir einen
Blumenstrauß. Einfach so, weil heute mein Glückstag ist.
Text und Foto: BBH
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