Klein,
aber oho:
Der Garten vor dem Haus
An ihm kommt keiner vorbei!
Der Vorgarten bestimmt den ersten Eindruck vom Haus und auch von dessen
Bewohnern. Er ist außerdem der Teil des Gartens, den die Besitzer
jeden Tag sehen, wenn sie das Haus verlassen und wenn sie zurück
kommen. Umso schöner, wenn der Vorgarten einladend ist! Es wirkt
wie ein freundlicher Willkommensgruß, wenn hier das ganze Jahr etwas
blüht. Auf die Schnelle ist das aber nicht getan! Zum einen ist der
Vorgarten oft nach Norden oder Osten ausgerichtet, da die sonnige Süd-West-Seite
für Balkon oder Terrasse reserviert ist. Zum anderen ist er meist
nicht besonders groß: keine optimalen Bedingungen für einen
schön gestalteten Garten. Aber Größe ist für Landschaftsgärtner
nicht alles. Die Fachleute zeigen auch auf kleinstem Raum ihr Können
und verbessern sogar Böden, die durch Bauarbeiten verdichtet sind.
Sie schaffen einen schönen Ort, der den Namen Garten auch verdient
und gestalten ihn als Traumgarten, der Lust macht auf mehr ... hinter
dem Haus.
Multifunktional
Im Unterschied zum eigentlichen
Garten ist der Vorgarten fast öffentlich - meist handelt es sich
um eine relativ kleine Fläche zwischen Haus und Straße, die
von Passanten bestens eingesehen werden kann. Umso mehr hat man den Anspruch,
hier bereits ein Statement abzugeben: "Hic Rhodus, hic salta!"
Frei übersetzt: Wer etwas auf seinen Garten hält, zeigt das
auch auf kleinem Grund! Bevor es an die Gestaltung geht, gibt es einige
grundsätzliche Überlegungen: Müssen sich die Pflanzen den
Platz mit einem Carport, Fahrrädern oder Mülltonnen teilen?
Wünscht man sich einen Schutz vor neugierigen Blicken oder reichen
zum Beispiel niedrige Hecken als optische Begrenzung? Wird ein gepflasterter
Platz mit einer Bank für den Nachbarschaftsplausch bevorzugt oder
soll ein trittfester Weg zwischen vielfältig bepflanzten Beeten verlaufen?
Als Bodenbelag empfehlen sich möglichst raue Oberflächen, damit
der Gang zum Haus bei Nässe nicht zur Rutschbahn wird. Der Eingangsbereich
sollte zudem ausreichend beleuchtet werden. Die Leitungen verlegt der
Landschaftsgärtner so, dass sie - etwa bei Pflegearbeiten mit Spaten
und Hacke - nicht zur Gefahrenquelle werden. Bei der Einfassung des Vorgartens
gilt grundsätzlich: Je kleiner die zur Verfügung stehende Fläche,
desto transparenter sollte die Begrenzung sein, damit der Garten optisch
nicht weiter verkleinert wird.
Harmonisches Miteinander
Besonders gelungen zeigt sich
ein Vorgarten, der zum Stil des Hauses passt - eine Herausforderung, die
der Landschaftsgärtner gerne annimmt! Er legt den Garten so an, dass
der Charakter des Hauses verstärkt oder auch abgemildert wird, je
nachdem! Wie ein Dekorateur lässt er etwa eine unschön verputzte
Wand hinter einem Schleier sommerblühender Clematis verschwinden.
Auf keinen Fall sollte der Vorgarten überladen werden, besonders
dort, wo die Architektur des Gebäudes betont werden soll. Ist das
Haus groß und einnehmend, erzeugen breite Büsche und eine hohe
Pergola am Eingang ein harmonisches Gegenstatement. Ein buntes Staudenbeet
hingegen sorgt in den eher kleinen Reihenhausvorgärten für Individualität
und Abwechslung. Üppig bepflanzte Kübel und Schalen lockern
kleine Pflasterflächen mit farbenprächtigem Blütenspiel
auf. Zum Baustil vieler Häuser aus der Gründerzeit passt dagegen
bestens ein streng formaler Garten mit buntlaubigen Blattpflanzen und
gemustertem Teppichbeet. Auch der Charme eines Fachwerkhauses kann durch
eine sorgfältig ausgewählte Bepflanzung erst richtig zur Geltung
kommen. Außerdem raten Experten dazu, bestimmte Materialien des
Hauses - Klinker, Holz, Sandstein, Beton oder Granit - auch im Vorgarten
zu verwenden, beispielsweise für die Beeteinfassung oder für
kleine Ornamente im Wegepflaster. Das ergibt ein harmonisches Bild!
Aber bitte mit Baum
Fachleute greifen bei der Vorgartengestaltung
auch gerne die Farben der Hausfassade auf. Knallrote Blüten lassen
das Rot eines Ziegelmauerwerks noch mehr leuchten und neben blau lackierten
Fensterläden schmiegen sich blaublütige Kletterpflanzen effektvoll
an die Hauswand. Unabhängig von der Größe des Vorgartens
ist ein Hausbaum Gold wert für die Raumwirkung. Nicht alle Bäume
erreichen majestätische Ausmaße, viele bleiben schmal oder
haben eine kugelförmige Krone. Am besten zieht man den Landschaftsgärtner
hinzu, um den perfekten Baum auszuwählen, der sich im Spiegel der
Jahreszeiten in verschiedensten Facetten zeigt. Auch aus dem kleinsten
Vorgarten wird so ein wandlungsfähiges Schmuckstück für
das Haus und eine höchst sympathische Begrüßung für
die Hausbewohner und deren Gäste.
Text und Foto: BGL
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