Hortensien
- Wonnevolle Blüten für die Vase
Auf
dem abenteuerlichen Schiffsweg soll die Hortensie vor etwa 200 Jahren
aus dem fernen Asien nach Europa gelangt sein. Sie musste einige Seemeilen
und Umwege auf sich nehmen - und wo genau sie in Europa das erste Mal
von Bord ging, ist noch immer nicht ganz geklärt. Klar ist allerdings,
dass die Hortensie heute eine unserer liebsten Gartenpflanzen ist und
sich auch als Schnittblume einen Platz in unseren Herzen und Blumenvasen
gesichert hat.
In ihrer Heimat Asien, in den südamerikanischen Anden und in Nordamerika
wachsen mehr als 1200 verschiedene Hortensienarten in der freien Natur.
Über 100 sind bei uns als Schnittblumen zu haben. Die bauschigen,
verschwenderisch schönen Blüten lassen sich kurz geschnitten
schön in kleinen Vasen arrangieren und sind bei Sommerfesten und
Hochzeiten eine beliebte Tischdekoration. Da die Blüten der Hortensie
fest und rund geformt sind, eignen sie sich auch gut für gemischte
Sträuße und natürlich für den Brautstrauß.
Besonders große Exemplare der Hortensie, mit dicken Blütenköpfen
und bis zu 80 Zentimeter langen Stilen, sehen auch pur einfach hinreißend
aus.
Bevor die Hortensien in die Vase gestellt werden, sollte man die unteren
Blätter entfernen, denn sie entziehen der Schnittblume nur unnötig
Kraft und trüben das Wasser. Gibt man Schnittblumennahrung in das
Vasenwasser von Hortensien, können sich die Einzelblüten schön
entfalten und halten deutlich länger.
Wer die üppigen Blütenbälle anschließend trocknen
möchte, der sollte beim Kauf darauf achten, Hortensien mit dem Namenszusatz
'Classic' zu wählen. Diese Blüten konnten lange am Strauch ausreifen.
Sie sind in der Vase besonders lange haltbar und lassen sich danach einfacher
trocknen als frisch aufgeblühte Hortensien. Diese 'Classic'-Blütenbälle
werden im Fachjargon auch als 'durchgefärbt' bezeichnet.
Die sogenannten durchgefärbten Hortensien verändern im Laufe
der Saison die Farbe. Ihre rosa, violetten, blauen oder weißen Blütenkugeln
färben sich dann grün und sind teilweise wunderschön zweifarbig.
Begeistert über diese romantische Verfärbung der Hortensienblüten
schrieb einst schon Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht Rosa Hortensie:
"Wer nahm das Rosa an? Wer wußte auch, daß es sich sammelte
in diesen Dolden? Wie Dinge unter Gold, die sich entgolden, entröten
sie sich sanft, wie im Gebrauch."
Text
und Foto: BBH
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