Blütenfarben
nach Herzenslust
(GMH)
Der Sommer wird bunt oder vielleicht pastellfarben oder doch monochrom?
Schier unerschöpflich erscheinen die Möglichkeiten, die in der
Fülle der Sommerblumen stecken. Dabei hat die strenge Bepflanzung
mit nur ein oder zwei Arten und Farben genauso ihre Berechtigung wie die
Kombination von vielen. Also heißt es nach Herzenslust auswählen
unter der bunten Vielfalt, die Gärtner oder Gartencenter bieten.
Als
Klassiker gilt der mit nur einer Art bepflanzte Balkonkasten. Mit einheitlich
knallroten Geranien (Pelargonien) kann er unglaubliche Fernwirkung erzielen,
insbesondere wenn Balkone und Fenster eines ganzen Hauses damit geschmückt
sind. Im Schatten haben Fuchsien, Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana)
und Edellieschen (Impatiens Neu-Guinea-Gruppe) einen ähnlich farbstarken
Auftritt.
Leichtigkeit bringen Hängepflanzen dazu, ohne die einheitliche Farbgebung
zu stören. In der Sonne ist Weihrauch (Plectranthus coleoides) mit
lang herabfließenden Trieben, eine gute Wahl. Im Schatten sorgt
weißbunter Gundermann (Glechoma hederacea 'Variegata') für
den gleichen Effekt. Für den Blick aus der Nähe sind vielfältige
Bepflanzungen von Kasten oder Kübel meist ansprechender. Sie können
mit ihrer Kombination aus verschiedenen Blatt-, Blüten- und Wuchsformen
wie ein Miniaturgärtchen wirken. Das ganze Feuer heißer Sommertage
scheint beispielsweise die Kombination aus roten Wandelröschen (Lantana)
mit lebhaft gelben Strohblumen (Bracteantha bracteata) eingefangen zu
haben. Gelbe Million Bells (Calibrachoa) mit roter Mitte als Dritte im
Bunde greifen die Farbtöne wieder auf und vermitteln zwischen beiden.
Auch goldgelbe oder orangefarbene Osteospermum, die Rot-, Orange- und
Gelb-Töne der zierlichen Nemesien, die unkomplizierten, fröhlich-gelben
Zweizähne (Bidens) oder die großen gelben oder schwarz-gelben
Blüten der Gazanien könnten in diesem Farbenspiel mittun.
Grundsätzlich gilt: Keine Angst vor ungewöhnlichen Farbkombinationen.
Blütenfarben vertragen sich fast immer miteinander.
Rot, Purpur und Violett? Ein bisschen extravagant wirkt das, aber warum
eigentlich nicht? Oder doch besser zartes Gelb und Weiß mit ein
paar frechen orange Tupfern dazwischen? Auch das ist schön und nicht
alltäglich. Wer es lieber sanft und kühl hat, der entscheidet
sich vielleicht für Blau, Weiß und einen Hauch Violett. Dazu
könnten sich die Polster zartviolett weißer Hängepetunien
mit blauvioletten Verbenen und den aufrechten Rispen von himmelblauem
Elfenspiegel (Nemesia) und violettblauen Angelonien verbinden.
Für Ruhe und Klarheit in dem lebhaften Blühen sollten Strukturpflanzen
sorgen wie Gräser, Süßkartoffeln (Ipomoea batata), Buntnesseln
oder Silberstrohblumen (Helichrysum petiolare). Sogar die mächtigen
Schwerter des Neuseeländer Flachs (Phormium tenax) können wie
ein Ruhepol aus all der Blütenfülle aufragen.
Text und Foto:
GMH
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