Rekordverdächtig:
Vom Nationalpark bis zum Blumentopf
Die Welt der Pflanzen ist eine
Welt der Meisterleistungen und Überraschungen. Die Leistungen von
Pflanzen beeindrucken besonders, wenn man sie im Vergleich sieht: Der
schwerste Kürbis wog so viel wie mehrere Männer, denn er brachte
ein Rekordgewicht von über 700 kg auf die Waage. Eine Karotte, die
bei einer Riesengemüsemeisterschaft in England präsentiert wurde,
soll laut dem Guinness Buch der Rekorde über 5 Meter lang gewesen
sein. Nicht nur Gemüse kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten:
Als die ältesten Bäume der Welt gelten die Langlebigen Grannenkiefern
(Pinus longaeva). Mehrere von ihnen, die im Gebiet der White Mountains
in Kalifornien vorkommen, sind über 4000 Jahre alt, einer der Bäume
soll sogar über 4900 Jahre alt sein. Dieser Baum existierte also
schon zu der Zeit, als im Alten Ägypten die Pyramiden von Gizeh gebaut
wurden!
Höher als ein Wohnhaus
Als höchster Baum der
Welt gilt der Redwood oder Küsten-Mammutbaum, Sequoia sempervirens,
der in Kalifornien in einem niederschlagsreichen Gebiet in der Nähe
des Pazifiks wächst. Bäume dieser Art können über
100 Meter hoch werden und sind somit höher als die Freiheitsstatue
von New York. Die ebenfalls in Kalifornien wachsenden Berg- oder Riesenmammutbäume
werden nicht ganz so hoch, beeindrucken aber mit einem größeren
Stammdurchmesser. Beim legendären "General Sherman", einem
Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) im Sequoia-Nationalpark in
Kalifornien, der eine Stammhöhe von über 80 Metern hat, beträgt
der Durchmesser in Brusthöhe etwa 8 Meter.
Die Kraft der Bäume
Auch die Samen mancher Pflanzen
lassen staunen: Die Samen der Seychellenpalme beispielweise sind 15 bis
20 kg schwer und können einen Durchmesser von einem halben Meter
erreichen. Sie gelten als die größten und schwersten Samen,
die eine Pflanze hervorbringen kann. Doch die Größe braucht
ihre Zeit: Bis die Samen reif sind, vergehen sieben Jahre. Ein Meister
der Geschwindigkeit ist dagegen der Riesenbambus (Dendrocalamus giganteus),
dem man fast beim Wachsen zusehen kann: Diesem Bambus wird eine Wuchsgeschwindigkeit
von bis zu 70 cm am Tag nachgesagt. Die Rekordleistungen der Pflanzen
sind auch wichtig für unser Überleben: Eine 100 Jahre alte Buche
kann mit ihren über 600 000 Blättern an einem sonnigen Tag 18
kg Kohlendioxid aufnehmen und rund 13 kg Sauerstoff abgeben. Was für
den Baum ein Nebenprodukt der Photosynthese ist, ist für den Menschen
überlebenswichtig: Diese 13 kg Sauerstoff decken den Sauerstoffbedarf
von 10 Menschen.
Eine im Winter blühende
Zwiebel der Superlative
Eine Leistung, die sich nicht
in Zahlen messen lässt, ist die Freude, die Pflanzen dem Betrachter
oder ihrem Besitzer schenken. In den an Farbe armen Wintermonaten werden
blühende Pflanzen besonders geschätzt. Die Amaryllis ist ein
Winterblüher mit großen farbintensiven Blüten. Diese Zwiebelblume
ist in mehrfacher Hinsicht rekordverdächtig: Ihre Zwiebeln können
einen Durchmesser von über 10 cm haben und sind viel größer
als die von Narzissen, Hyazinthen, Tulpen oder anderen Zwiebelblumen,
die jetzt im Winter als Topfpflanzen erhältlich sind. Diese Blumen
entwickeln sich zudem mit fast atemberaubender Geschwindigkeit, denn innerhalb
von nur sechs bis acht Wochen nach dem Topfen entsteht aus der Zwiebel
eine eindrucksvolle Pflanze mit einem bis zu 70 cm langen Stängel.
Ein Grund für das schnelle Wachstum der Amaryllis: Bei ihnen sind,
wie bei Hyazinthen und anderen Zwiebelblumen auch, die Blätter und
Blüten der zukünftigen Pflanze schon in der großen Zwiebel
vorhanden. Sobald die Umweltbedingungen günstig sind, können
sie sich dann schnell entwickeln. An der Spitze der langen Stängel
befinden sich drei bis sechs mehr oder weniger sternförmige große
Blüten. Das Farbspektrum reicht von reinem Weiß über Gelb-,
Orange- und Rosatöne bis hin zu dunklem, samtigem Rot. Es gibt auch
Amaryllis mit mehrfarbigen Blüten, zum Beispiel Weiß mit zarten
roten Adern oder Blüten in einem hellen Farbton mit einem Hauch von
Grün.
Text und Foto: IZB
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