Internationale
Pflanzenmesse in Essen: Ideenschmiede der grünen Branche
Staatssekretär Kloos eröffnete 29. IPM Essen und lobte Berufsstand
(ZVG) Geben Sie uns noch
ein paar Tage Zeit, wir arbeiten mit Hochdruck am Bundesprogramm Energieeffizienz!
Das war wohl die für die Gartenbau-Branche wichtigste Botschaft,
die Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), heute (25.1.)
den anwesenden Gartenbau-Unternehmern und ihren berufsständischen
Vertretern mit auf den Weg gab, als er die Internationale Pflanzenmesse
IPM in Essen eröffnete und die Grüße von Bundeslandwirtschaftsministerin
Ilse Aigner übermittelte.
Mit Blick auf die Messe selbst
lobte er die hier sichtbare Innovationskraft, die immer mit Investitionsfreude
und fähigkeit einherginge, damit Erfolg sichtbar würde.
Kloos zeigte sich beeindruckt von dem Angebot an Pflanzen, Technik und
Verkaufsförderung, das er beim obligaten Eröffnungsrundgang
präsentiert bekam. Außerdem hob er den Wert qualifizierter
Ausbildung hervor: Es ist wichtig, junge Menschen gut auszubilden,
aber dann kommt das vielleicht noch schwierigere Unterfangen, den hoch
qualifizierten Nachwuchs an die Branche zu binden! Der Berufsstand
sei auf dem richtigen Weg, schon Vorschulkinder an das Thema Natur heranzuführen,
wie etwa mit dem Projekt Abenteuer Gärtnerei, für
das Bundesministerin Aigner die Schirmherrschaft übernommen hat.
Kloos stellte zudem diverse Forschungsprojekte des Ministeriums vor, die
derzeit für den Gartenbau und die Agrarwirtschaft realisiert wurden.
Rudolf Jelinek, Bürgermeister der Stadt Essen, begrüßte
die rund 500 internationalen Gäste und hob das kommunikative Potenzial
der IPM Essen hervor: Die IPM ESSEN versteht sich als Order-Treffpunkt
aber, über das eigentliche Geschehen in den Messehallen hinaus,
auch als Plattform für Informationen. Hier wird wertvolles Wissen
über neue Märkte vermittelt. Darüber hinaus bietet die
IPM viele Gelegenheiten zum Networking. Kiyoshi Koinuma, Generalkonsul
des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf, ging in seinem Grußwort
auf die 150 Jahre alten Handelsbeziehungen zwischen Japan und Deutschland
ein, die auch die Gartenbranche betreffen.
Heinz
Herker (Foto) , Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), betonte
in seinem Grußwort, dass, wenn man von einer blühenden Branche
im doppelten Wortsinn sprechen könne, dies nicht zuletzt auch der
IPM als wichtigem Impulsgeber zu verdanken sei: Wer sich hier kein
Bild macht, der ist nicht im Bilde! Weiter ging Herker auf die steigende
Internationalisierung des Marktes und damit auch der politischen Rahmenbedingungen
ein. Wenn nahezu alle Wirtschaftsbereiche mittlerweile von EU-Regelungen
betroffen seien, dann erfordere dies entsprechend internationale, nämlich
gemeinsame Lösungsansätze, so beispielsweise auf dem Gebiet
der Steuern, Energie, Pflanzenschutz, Artenschutz. Herker appellierte:
Das, liebe Gärtnerinnen, Gärtner und verehrte Vertreter
der Politik, können und müssen wir gemeinschaftlich anpacken!
Man hoffe, dass sich die Arbeitsgruppe
Blumen und Pflanzen der COPA-COGECA, die hier auf dieser IPM zum Thema
Umsatzsteuer tage, auf eine gemeinsame Vorgehensweise verständigen
könne. Ziel müsse sein, eine Regelung zu finden, die auf die
Branche europaweit positiv wirke und auch den deutschen Gartenbau-Unternehmern
nütze. Abschließend mahnte Präsident Herker Richtung Politik
an: Wir Gärtner haben auch nationale Sorgen. Nämlich,
dass uns unsere Regierung mit Hilfe zur Selbsthilfe eine neue
Richtung vorgibt beim Energieeinsatz, die mithelfen soll, die von der
EU vorgegebenen Einsparungen und Klimaziele zu erreichen. Mit Ungeduld
warten wir daher seit Jahren auf ein Impuls
gebendes Förderprogramm, das unseren Unternehmen bei der Ausrichtung
auf diese EU-Ziele hilft! Ideen jedenfalls für die Anwendung eines
solchen Förderprogramms zur Energieeffizienz, sehr geehrte Damen
und Herren, finden Sie auf unserer IPM zuhauf! Heinrich Hiep, Präsident
des Landesverbandes Gartenbau Rheinland und Vorsitzender des IPM-Messebeirates,
hieß im Namen des Messebeirates die rund 1.500 Aussteller aus 47
Ländern und die Fachbesucher aus rund 100 Ländern auf das Herzlichste
willkommen: Erstmals begrüßen wir Unternehmen aus Estland,
Lettland, Litauen und Serbien. Kanada ist in diesem Jahr wieder mit dabei.
Erfreulich auch der größere Zuspruch von Ausstellern im Bereich
Floristik und Verkaufsförderung. Die Messe Essen hat darauf reagiert.
In den Obergeschosshallen ist mit dem Piazza-Konzept eine
attraktive Präsentationsplattform entstanden. Als Vorstandsmitglied
des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) zeichnete Heinrich Hiep anschließend
zusammen mit Jury-Mitglied Dr. Elke Ueber sowie der Deutschen Blumenfee
2010/2011, Christiane Sander, die Gewinner des Titels IPM-Neuheit
2011 aus, die in Halle 1a neben allen anderen eingereichten Beiträgen
zum IPM Neuheitenschaufenster ausgestellt sind.
Lennart Loven, Präsident
Union Fleurs, gratulierte den IPM-Beteiligten dafür, dass sie Blumen
und Pflanzen als Schönheit zum Genuss aller hier zusammenbringen.
Man dürfe aber nicht die harte und bis ins Kleinste abgestimmte Arbeit
vergessen, die hinter diesen Produkten stecke. Außerdem und deswegen
sei es notwendig, den Produzenten faire Preise zu zahlen. Nordrhein-Westfalens
Landwirtschaftsminister Johannes Remmel übermittelte die Grüße
von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und bezeichnete die IPM als
Ideenschmiede der internationalen grünen Branche. Er
beobachte, dass die Gartenbau-Branche von Jahr zu Jahr stärker
in den internationalen Handel hineinwächst und dort natürlich
im harten Wettbewerb steht. Die Branche ist längst globalisierungserfahren.
Für den Gartenbau komme es darauf an, sowohl der guten Tradition
verhaftet zu bleiben als auch hochtechnisiert zu arbeiten, aber auch und
gerade nachhaltig und ökologisch zu wirtschaften. Dies wolle man
gerne unterstützen.
Im Rahmen der Eröffnungsfeier zur IPM verlieh Landwirtschaftsminister
Johannes Remmel den Gartenbaupreis NRW 2011 an den Gartenbaubetrieb Otto
Schmitz Hübsch GbR aus Bornheim in der Nähe von Bonn (Foto)
für dessen Innovative Lösungen für die Direktvermarktung
im Gartenbau. Das Unternehmen zeige beeindruckend, wie man als heimischer
Erzeuger das Verbraucherinteresse auf regionale Produkte des Gartenbaus
lenken und dieses nutzen könne. Direktvermarktung, so Remmel, sei
ein gutes Mittel, um dem Werteverfall vieler Gartenbauprodukte entgegenzuwirken,
denn dieser Werteverfall sei sowohl im nationalen als auch im internationalen
Handel nicht von der Hand zu weisen. Das beträfe Blumen und Pflanzen
genauso wie Obst und Gemüse.
Professor Dr. Matthias Diezemann, Vorsitzender der Interessenvertretung
der deutschen Industrie für den Gartenbau (INDEGA) verlieh den INDEGA-Technikpreis
2011. Er überreichte diesen an zwei Preisträger. So wurde der
Kompakt Klima Regler KlimaExpert ECO+ ausgezeichnet,
ein Gemeinschaftsprojektder Universität Hannover, Institut für
Biologische Produktionssysteme, Fachgebiet Biosystem- und Gartenbautechnik
und Elektro- und Automatisierungsanlagen Pierre Ambrozy, Gatersleben.
Der Einsatzbereich des so genannten Kompaktreglers ist in erster Linie
auf kleinere Gartenbaubetriebe zugeschnitten. Besondere Merkmale sind
der Einsatz adaptiver Regelverfahren zur Optimierung der Regelprozesse,
Netzwerkfähigkeit, Fernzugriff über Büro PC und Internet,
einfachste Installation und ebenso einfache intuitive Vor-Ort-
Bedienung.
Als zweites wurde der Ter
a space Ausstell- und Rückroboter der Firma Degramec
BVBA Lochristi, Belgien, mit dem INDEGA-Preis bedacht. Bei dieser Maschine
handelt es sich einen GPS-gesteuerten Prototypen eines Roboters, der parallel
zu den Gießwagenschienen fährt. Das neu entwickelte Fahrwerk
kann problemlos und ohne Spurbildung auf Mypexfolien fahren. Die Beschickung
des Roboters erfolgt nach bekannten Technologien. Durch das innovative
Steuerkonzept ist der Roboter in der Lage, 100.000 Töpfe pro Tag
auf einer Ausstellungsbreite von bis zu acht Metern auszustellen. Durch
die GPS-Steuerung und der damit verbundenen präzisen Ausstellung
der Töpfe ist gewährleistet, dass eine gesicherte Wasserversorgung
der einzelnen Töpfe möglich ist.
Bildunterschrift Gruppenfoto:
Beim Eröffnungsrundgang über die IPM 2011 machte Dr. Robert
Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), auch am Messestand des Zentralverbandes
Gartenbau (ZVG) mit seinen Landesverbänden
Rheinland und Westfalen-Lippe Halt (von links): Heinrich Hiep, Präsident
des Landesverbandes Gartenbau Rheinland, Helmut Rüskamp, Präsident
des Landesverbandes Gartenbau Westfalen-Lippe, Staatssekretär Dr.
Robert Kloos, Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau,
Essens Altbürgermeisterin Annette Jäger, Andreas Lohff, ZVG-Vizepräsident,
Christiane Sander, Deutsche Blumenfee 2010/2011, Rudolf Jelinek, Bürgermeister
der Stadt Essen, Jürgen Mertz, ZVGVizepräsident, und Mirko Lettberg,
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ).
Fotos: Gaby Wiefel
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