Münsterländisches
Gemüse ist und bleibt sicher
Hiesige Produzenten verwenden keine Gülle
(LVG-WL) "Unser Gemüse
ist und bleibt sicher!" Hubert Schräder, Gemüsebauproduzent
aus Münster und stellv. Vorsitzender der Fachgruppe Gemüseanbauer
im Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe e.V. weist damit die allgemeinen
Vorwürfe einer vermeintlichen Verunreinigung münsterländischen
Gemüses durch Gülle zurück.
"Da wird gemutmaßt,
dass EHEC-Erreger über Gülle auf das Gemüse gespritzt worden
seien. Dabei ist es für uns Produzenten total abwegig, Gemüse
mit Gülle zu düngen. Das verkaufsfertige Produkt würde
nicht nur eine Geruchsbelästigung darstellen, sondern dem Kunden
auch optisch nicht zumutbar sein", stellt Hubert Schräder richtig.
Im deutschen Unterglasanbau
werde während des gesamten Produktionsprozesses keine tierische Gülle
verwendet. Und auch im hiesigen Freilandanbau komme nur mineralischer
Dünger in Gemüsekulturen zum Einsatz. Und das habe einen guten
Grund: "Mineralstoffe sind im Gegensatz zu organischen Substanzen
für Gemüsekulturen schnell und vor allem kontrolliert verfügbar.
Eine Düngung mit Gülle wäre für den Gemüsebauer
aufwendig, kompliziert, schlecht kontrollierbar, schwer handelbar und
damit wirtschaftlich unlogisch", erläutert Hubert Schräder.
Dies bestätigt auch der
Gemüsebauberater der Landwirtschaftskammer NRW Christian Stahl und
fügt hinzu: "Bevor eine Gemüsekultur gepflanzt wird, wird
eine Bodenprobe gezogen, um festzustellen, ob der Mineralstoffgehalt des
Bodens für die geplante Kultur ausreicht. Gegebenenfalls wird dann
mineralisch gedüngt und erst danach werden die Kulturen gesetzt."
Anschließend würde die Kultur selbst bis zur Ernte nicht mehr
nachgedüngt, da der Nährstoffgehalt im Boden für die volle
Kulturzeit ausreiche. Die Bewässerung z.B. von Salat erfolge zum
überwiegenden Teil mit Brunnenwasser, welches dem Grundwasser entnommen
und mindestens einmal im Jahr untersucht werde, so Stahl weiter.
Und was für deutsches
Gemüse im Allgemeinen gelte, gelte für Tomaten und Salatgurken
erst Recht, denn: "Tomaten und Salatgurken werden fast ausschließlich
in Gewächshäusern angebaut und kommen daher überhaupt nicht
mit Düngern aus tierischer Herkunft in Berührung". Darüber
hinaus kämen weder Blätter noch Früchte dieser beiden Gemüsearten
mit Beregnungswasser in Kontakt, da die Bewässerung lediglich über
Tropfschläuche erfolge, die gezielt nur die Wurzeln mit Wasser versorgen
und benetzen.
Schräder und seine Kollegen
gehören seit Jahren dem bundesweit anerkannten QS-Prüfsystem
an. "Der QS-Prüfkatalog hat eindeutige und harte Richtlinien,
die jeder nach QS zertifizierte Betrieb einzuhalten hat. Die Nichtverwendung
von Gülle ist eine dieser Kriterien. Bei System- und Stichprobenkontrollen
1 bis 2 Mal jährlich durch unabhängige Labore werden alle Kriterien
penibel kontrolliert. Bei Nicht-Einhaltung würde jeder Betrieb den
QS-Status verlieren", führt Schräder weiter aus.
Schräder warnt vor Pauschalisierungen
und appelliert an die Verbraucher auf das QS-Zeichen zu achten und dem
heimischen Gemüse Vertrauen zu schenken.
Dass der Verbraucher dabei die Grundsätze der Hygiene bei der Verarbeitung
von Gemüse einzuhalten hat, verstehe sich von alleine.
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