Junggärtner
aus Westfalen-Lippe wurden Europameister
Teilnehmerteams
aus 17 Ländern gingen beim 5. Europäischen Berufswettbewerb
des Gartenbaus in Räpina/Estland an den Start
(ZVG/AdJ) Das deutsche Junggärtner-Team
Jan-Niklas Berger, Matthias Vornbrock und Markus Vornbrock vom Herweg-Blankerts-Berufskolleg
in Recklinghausen haben es geschafft. Sie erreichten den 1. Platz beim
5. Europäischen Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen
und Gärtner, der vom 1. bis 5. September in Räpina, Estland,
ausgetragen wurde. Die drei Nachwuchskräfte aus dem Zierpflanzenbau
und dem Garten- und Landschaftsbau setzten sich mit herausragenden Leistungen
gegen 24 weitere Teams aus 17 europäischen Ländern durch. Den
zweiten Platz erreichte Team 1 aus dem Gastgeberland Estland, gefolgt
vom Team 2 aus Österreich.
Das zweite deutsche Team aus
Hessen mit Sabrina Mohr, Philipp Ludwig und Darius Schlaudraff erreichte
Platz 12.
Gemeinsam mit ihren Betreuerinnen,
den Berufsschullehrerinnen Elsbeth Hohmeier aus Recklinghausen und Elisabeth
Weber aus Gießen wurden die beiden deutschen Teams bei ihrer Ankunft
am Düsseldorfer Flughafen mit großem Jubel von Familienangehörigen
und Freunden empfangen.
Zu den ersten Gratulanten vor
Ort gehörten die Repräsentanten der Veranstalter, der Leiter
der Gartenbauschule in Räpina Heino Luiga und der Initiator des Europäischen
Berufswettbewerbes Johannes Peperhove als Präsident der Arbeitsgemeinschaft
Europäischer Gartenbaulehrer.
Für den Zentralverband
Gartenbau (ZVG) und die Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner
(AdJ) gratulierte der AdJ-Bundesvorsitzende Mirko Lettberg. Er wies gegenüber
den Beteiligten in Räpina im Rahmen der Abschlussfeier auf die Wichtigkeit
der nationalen und internationalen Jugendarbeit im Gartenbau hin: Die
Zukunft aktiv mit zu gestalten und nicht abzuwarten, was passieren wird,
das muss unsere berufsständische Devise und unser Ziel sein. Das
schaffen wir aber nur, wenn wir gemeinsam in unseren Ländern, in
Europa und darüber hinaus die Probleme und Themen anpacken, die uns
wichtig sind. Hierzu gehören die Qualität der Ausbildung, die
Arbeitsbedingungen in unseren Betrieben, nachhaltiges Wirtschaften zur
Schonung der Umwelt und ein politisches Umfeld mit fairen Chancen für
alle.
Heinz Herker, Präsident
des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) und Präsident des Landesverbandes
Gartenbau Westfalen-Lippe, der wegen eines anderen Auslandstermins verhindert
war, richtete als Schirmherr des Europäischen Berufswettbewerbes
schriftliche Grußworte an die Teilnehmer. Dabei ging Herker auf
die Bedeutung der seit acht Jahren mit wachsendem Zuspruch stattfindenden
länderübergreifenden Veranstaltung ein. Herker gratuliert nach
Bekanntwerden der Platzierungen dem deutschen Gewinnerteam ganz herzlich
und betont, dass alle stolz auf dieses Ergebnis sein könnten. Schließlich
sei die internationale Konkurrenz groß gewesen im Wettstreit. Und
weiter: Dieses Ergebnis macht mich zuversichtlich, dass wir die
fachliche Kompetenz in unserem Berufsstand und die Qualität unserer
Produkte und Dienstleistungen durch den hier dokumentierten hohen Ausbildungsstandard
auch in Zukunft halten können. Erfolgreiche Ausbildungskonzepte,
wie etwa das Wolbecker Modell in Nordrhein-Westfalen, woher ja die jugendlichen
Sieger kommen, leisten sicherlich hier auch einen wertvollen Beitrag.
Der diesjährige Wettbewerb
in Estland war wieder von einem hohen inhaltlichen Niveau und großer
Vielfalt geprägt. Die Teams, die jeweils als beste aus ihren Ländern
hervorgegangen waren, hatten über zwei Tage insgesamt 18 Aufgaben
zu lösen. Dabei fanden alle gärtnerischen Fachrichtungen Berücksichtigung.
So wurden u. a. Obstgehölze veredelt, Kräuter bestimmt, Blumenbeete
angelegt und bepflanzt, Gärten vermessen oder spezifische Ansprüche
verschiedener Pflanzen bestimmt. Dabei standen das gärtnerische Wissen
und Können sowie die Verständigung und gegenseitige Unterstützung
im Vordergrund. Aber auch die Förderung des europäischen Gedankens
hatten die Veranstalter deutlich im Focus. Hierzu gab es viele wertvolle
Elemente. So begann z. B. die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Kanon
des Liedes Bruder Jakob, an dem sich die 150 Teilnehmer, Betreuer
und Ausrichter in ihrer jeweiligen Muttersprache beteiligten. Ferner stellten
sich alle Teams anhand von Trachten aus ihrer nationalen Region vor.
Schließlich wurden die
Teams im Rahmen des Wettbewerbs für die Lösung einzelner Aufgaben
auch international gemischt.
Der 5. Europäische Berufswettbewerb
für junge Gärtnerinnen und Gärtner war ein Highlight für
alle Beteiligten. Besonderen Dank gilt der Gartenbaumschule Räpina,
dem Veranstalter und allen Betreuern und Sponsoren.
Der 6. Europäische Berufswettbewerb
wird 2012 in Ettelbrück, Luxemburg, ausgetragen.
Bildunterschrift:
Das Siegerteam aus Deutschland (von links) mit Maria Palusalu, Projektmanagerin
und Präsidentin der CEJH (Europäische Junggärtnervereinigung),
Heino Luiga, Schulleiter der Gartenbauschule Räpina Aianduskool,
Matthias Vornbrock, Jan-Niklas Berger, Mirko Lettberg, Bundesvorsitzender
der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ), Markus Vornbrock
sowie Johannes Peperhove, Präsident der AG Europäischer Gartenbaulehrer.
Foto: Bohumil Zavadil
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